Ein Traum für viele: Einmal im Rampenlicht stehen. Ein Traum für noch mehr: Für immer im Rampenlicht stehen, ohne sich jahrelang zu quälen und in kleinen Schritten nach Oben zu gelangen. Dafür gibt’s die Talentshows im TV. Ein Ereignis, das wochenlang, Tag für Tag für Furore sorgen muss, da der Zuschauer das Spektakel einfordert. Nicht mehr, nicht weniger. Und die im Hintergrund, und ein paar wenige im Vordergrund, ziehen die Strippen.
Aurelio Scroocchia ist so einer. Musikproduzent mit dem Fingerchen, um Stars zu erschaffen. Ein moderner Gott, der Gaukler des schnellen Erfolgs und … ein echtes Scheusal. Aufgedunsene Figur, missmutiger Blick, stets unzufrieden. Das war mal anders. Er hatte schon immer Musik gemacht, spielte in einer Band. Doch die zerbrach. Dank des tatkräftigen Zutuns von Scroochia. Was soll’s?! Er ist berühmt geworden. Und reich. Der Erfolg rechtfertigt die Mittel.
Doch wissen wir spätestens seit Charles Dickens, dass die Geister niemals vergessen. Weder der Geist der Vergangenheit, noch der der Gegenwart und schon gar nicht der der Zukunft. Wie wäre es, wenn dem Ekel Scrocchia diese Geister einmal gehörig den Marsch blasen? Mit Musik kennt er sich ja aus. Den nächsten Star hat er schon in der Pipeline. Außerdem ist es kurz vor Weihnachten…
Marco Presta transformiert das Original um den miesepetrigen Mr. Scrooge in die Gegenwart der italienischen Popkultur. Talentshows, Castingshows, wie auch immer man sie bezeichnen will, sind Kassenmagneten. Die Juroren werden zu Stilikonen aufgeblasen und gerieren sich als allmächtige Götter und vergessen dabei allzu oft die Manieren des guten Geschmacks. Sie sind halt auch nur Menschen!
Die Illustrationen von Felix Schaad geben der Geschichte einen leichtfüßigen Anstrich. Aurelio Scrocchias Charakter wird mit jedem Pinselstrich zum Leben erweckt. Jede Regung in seinem Gesicht ist eindeutig auszumachen.
„Scrooge sucht den Superstar“ ist ein heiteres Buch, das nicht nur in der Vorweihnachtszeit zum Schmunzeln anregt. Und wenn die nächsten Castingshows über die Bildschirme flimmern, erinnert man sich sicherlich an so manche Textpassage, an einzelne Kapitel, ganz sicher jedoch daran, was passieren kann, wenn man den falschen Göttern vertraut…









